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Lithium Ionen Akkus zu finden in elektronischen und elektrischen Geräte und Applikationen funktionieren heute zu einem Großteil auch dann, wenn sie nicht an die zentrale Stromversorgung angeschlossen sind. Von Laptop und Tablet über Mobiltelefon und Funkgerät bis hin zur Fahrzeug- und Antriebstechnik – Lithium-Ionen-Akkus sorgen für die zum mobilen Betrieb notwendige Spannung. Nahezu niemand macht sich darüber groß Gedanken. Dabei birgt die Lithium-Ionen-Technologie ein nicht zu unterschätzendes Gefahrenpotential. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Risiken mit Lithium-Ionen-Akkus tatsächlich verbunden sind und wie Sie sich gegen diese Risiken möglichst effektiv schützen können.

Lithium-Ionen-Akkus sind seit den 1990-er-Jahren immer mehr zum Standard bei per Akkumulator mit Strom versorgten elektronischen und elektrischen Geräten geworden. Nicht nur im Bereich der Mobilität sondern auch als ortsfeste Speicher- und Versorgungsanlagen haben sie alternative Techniken wie Bleiakkus oder Nickel-Cadmium-Akkus heute weitgehend abgelöst. Denn im Gegensatz zu diesen weisen Lithium-Ionen-Akkus einen entscheidenden Vorteil auf: Ihre Energiedichte ist ungewöhnlich hoch. Und ihr Platzbedarf daher vergleichsweise gering.

Der größte Vorteil der Lithium Ionen Akkus ist auch ihre größte Schwäche

Doch dieser offenkundige Vorteil ist zugleich die Achillesferse der Lithium Ionen Technologie. Die hohe Energiedichte ergibt sich nämlich aus einem direkten Nebeneinander teilweise hoch toxischer und extrem reaktiver Komponenten. Ein Störfall kann eine folgenreiche Kettenreaktionen auslösen, ein Phänomen, das Experten als “Thermisches Durchgehen” bezeichnen. Das System heizt sich dabei aufgrund eines sich beständig selbst verstärkenden Prozesses immer mehr auf, bis es im schlimmsten Fall explodiert.

Lithium Ionen Akkus
Risiken bei Lithium Ionen Akkus im Überblick

Besonders tückisch: Eine Inflammation der Dämpfe der in Lithium-Ionen-Akkus enthaltenen Elektrolyte und Lösemitteln ist bereits ab einer Temperatur von 40 °C möglich. Hinzukommt: Sind die Akkus einmal in Brand geraten, lassen sie sich nur sehr schwer wieder löschen, und die Brände entwickeln eine ungewöhnliche, verheerende Intensität.

Gesetzlicher Schutz der Verbraucher? Weitgehend Fehlanzeige!

Leider sind die derzeitigen, den Einsatz von Akkumulatoren in mobilen und stationären Bereichen regelnden Verordnungen und Gesetze hierzulande zum Teil auf Technologien zugeschnitten, die heute nur noch in wenigen Bereichen Verwendung finden. Bei der Auswahl Ihrer Lithium-Ionen-Akkus sollten Sie deshalb genau darauf achten, dass diese allgemeinen Standards entsprechen, wie zum Beispiel die UN-Testserie 38.3 sie festschreibt.

Die UN-Testserie 38.3 als Richtschnur

Bei dieser Testserie hat die UN verbindliche Belastungsgrenzen definiert, denen Lithium-Ionen-Akkus genügen müssen, um entsprechend zertifiziert zu werden und Handel und Endnutzern mehr Sicherheit zu geben. Die das entsprechende Gütesiegel tragenden Akkumulatoren wurden unter anderem auf ihre Widerstandsfähigkeit gegen Aufprall und Quetschung, Schwingungen und Schläge sowie gegen Kurzschlüsse, Über- und Entladungen getestet. Die Güte des Produktes ist umso höher einzuschätzen, je höher die im Test erzielte Punktzahl liegt.

Worauf Sie außerdem bei Lithium Ionen Akkus achten sollten

Die in aktuellen elektronischen IT-Geräten von Markenqualität verwendeten Akkumulatoren entsprechen den Vorgaben und Grenzwerten der UN-Testserie im allgemeinen bereits. Oft erfüllen sie zudem eigene Normen des Herstellers, die zum Teil strenger sind als die UN-Normen. Selbiges gilt für viele Geräte, die in fachlichen Spezialverwendungen wie etwa der Medizin zum Einsatz kommen. Aber eben nicht für alle. Um auf Nummer Sicher zu gehen, bedarf es stets einer Einzelprüfung verwendeter Akkumulatoren.

Insbesondere in der stationären Verwendung von Lithium-Ionen-Akkus zum Beispiel als Speichermodule für Sonnen- und Windenergie oder als Fall-Back-Base innerhalb redundanter Versorgungssysteme für IT-Infrastrukturen spielt Ihre Eigenverantwortung eine große Rolle. Eine fach- und sachgerechte Unterbringung von Lithium-Ionen-Akkus in betrieblichen Zusammenhängen sollte immer auf der Grundlage einer genauen Prüfung des zum Einsatz kommenden Modells sowie begleitet durch ausgewogene Brandschutzmaßnahmen und geeignete Kühlvorrichtungen erfolgen.

Unser Rat: Überprüfen Sie sämtliche Lithium-Ionen-Akkus, die innerhalb der Strukturen Ihres Unternehmens Verwendung finden, im Hinblick darauf, ob sie mindestens die Grenzwerte der UN-Norm 38.3 erfüllen bzw. den diesbezüglichen Test absolviert und dabei gut abgeschnitten haben. Akkumulatoren, die diesem Standard nicht entsprechen, sollten Sie unbedingt und umgehend austauschen. Auch falls damit eventuell größere Investitionen verbunden sind.

Denn da Lithium-Ionen-Akkus wie gezeigt schon durch die hohe Reaktivität ihrer Komponenten ein relativ hohes Gefahrenpotential mit sich bringen, können Sie dieses nur dann beherrschen, wenn Sie sich der Gefährdung bewusst sind und entsprechende Maßnahmen treffen, um Risiken zu minimieren.


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